Sunflowers
Erfolg

Ich bin sehr motiviert und voller Optimismus an meine großen Ziele herangehangen. Für mich fühlte sich das Vorhaben mein Abitur zu machen sehr, sehr real an und es war keineswegs eine unerreichbare Stufe meines Lebens.

Auch wenn es für mich eine Herausforderung war, habe ich sie dennoch angenommen. In der Schule habe ich mich sehr bestätigt gefühl,t im Unterricht konnte ich selbst feststellen, dass meine Interessen darin liegen, anderen Menschen zur Seite zu stehen. Ich bekam schnell positive Rückmeldungen der Lehrer/In für die Beteiligung am Unterricht.

Wie alle Schüler hatte ich auch meine Lieblingsfächer und welche, die mir nicht gefielen. Meine Hausaufgaben vergas ich auch ab und an mal gerne. Mir machte die Schule viel Spaß.

In den fachspezifischen Fächern, die im Sozialwesen grundlegend sind bin ich wie ein Schwamm, der alle Informationen aufsaugt. Für mich sind alle Fachgebiete, die das Sozialwesen einschließen lebenspraktische Wissenschaften, die unser menschliches Zusammenleben erst ermöglichen. Die Inhalte von Soziologie, Psychologie, darstellendes Spiel, Pädagogik, Recht und Sozialkunde haben mir meinen Wunsch, anderen helfend an der Seite stehen zu dürfen, immer stärker untermauert. Am meisten bestätigten mich jedoch die Ergebnisse der von mir erbrachten Leistungen in Form meiner Klausuren und auch meiner sonstigen Mitarbeit während des Unterrichtes. Mir wurde immer wieder auf unterschiedliche Weise eröffnet: „Das Abitur ist für dich erreichbar, Nele!“

Im Rahmen der elften Klasse mussten wir innerhalb des Schuljahres zwei Praktika in sozialen Einrichtungen machen.

Ich entschied mich, nach Ablehnung mehrerer Einrichtungen meiner Person, wobei mein Angewiesensein auf einen Rollstuhl ausschlaggebend war, das erste Praktikum im Verein "Fortschritte e.V.", dem Verein von Frau S.O. zu machen. Für Frau S.O. beutete mein Praktikantenstatus aber in keiner Weise mir einen Einblick in das System des Vereins zu gewehren.

Im Laufe meiner Schilderungen werde ich versuchen, Ihnen das kranke Machtspiel von Frau S. O. zu zeigen, auch wenn es vielleicht nicht verständlich ist, so wird jede meiner folgenden Schilderungen von abstoßender, unmenschlicher und schmerzhafter Wahrhaftigkeit zeugen.

 

6.10.13 23:29


Frau S.O.

Frau S.O. hat mir in jeder Form das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben genommen. Sie hat mir immer gesagt, dass ich mich an die Regeln zu halten habe, die im Team beschlossen werden. Da ich auf die Hilfe des Teams angewiesen war, musste ich mir anhören, dass ich mich nicht in die Teambeschlüsse einzumischen habe, schließlich sei niemand von meiner Person abhängig, aber ich hingegen bin es. Für mich war der Tag der Teamsitzung eine Qual, da ich immer mit weiteren Sanktionen rechnen konnte und sie dann auch durchgesetzt wurden. Ich wurde vor vollendete Tatsachen gestellt und mir wurde gesagt, dass ich gar nicht versuchen soll, zu diskutieren. So haben sie entschieden, dass sie mich windeln wollen. Ich kam mir nach solchen Teamsitzungen immer wie ein Stück Dreck vor, der in die Ecke geworfen wird. Jeder Versuch mich in einem vernünftigen Gespräch zu den Regelungen zu äußern blieb mir untersagt und sobald ich etwas erwiderte, schlug mir nur ein „Halt deinen Mund, halt dein Maul!“; oder ein „Quatsch nicht!“ entgegen.  
Ich lasse mir meine Persönlichkeit nicht zerschlagen!“ Diese Worte ließen mich oft unter Tränen einschlafen. Egal ob ich mich an manchen Tagen in den Augen meiner Assistenten benommen hatte, oder nicht... für mich hagelte es täglich und in unterschiedlichen Arten Demütigungen und Sanktionen, die mir meine Sicht auf mich und meine Umwelt in einen tief schwarzen Tunnel aus Hass, Schmerz, Verzweiflung, Angst, Lügen und Verletzungen verwandelten. Mit jedem neuen Tag wurde er dunkler und schloss sich um mich und raubte mir immer mehr den Blick für die wirklich vertrauenswürdigen Menschen in meinem Leben sind. Durch die Autorität von Frau S.O. zog sich die Schlinge aus Seelenverfall, Misstrauen, Angst und Schmerz immer mehr zusammen. Ich habe mir jeden verdammten Tag gesagt, dass ich durchhalten muss, auch wenn es unmöglich erschien.

22.9.13 16:25


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